Fährtenarbeit


Hunde sind Nasentiere. Diesen Satz kennt jeder Hundehalter, der schon einmal ein Hundebuch aufgeschlagen hat. Doch was versteckt sich hinter dieser Aussage an Zahlen und Fakten? Der Mensch besitzt etwa 5 Millionen Riechzellen, der Hund hat 200 Millionen. Sein Riechzentrum im Gehirn ist 7- bis 14- mal größer als das Ihre.

Grundsätzlich hat jeder Hund die Fähigkeit, Fährtenarbeit zu leisten. Es ist für ihn die natürlichste Sache der Welt und dazu noch die angenehmste. Dafür ist er gemacht. Im Alltag darf er diese Fähigkeit nicht einsetzen. Tut er es dennoch und verfolgt Wildspuren, wird dies von Ihnen –richtigerweise- unterbunden. Im Bereich der Fährtenarbeit können Sie die Fähigkeit Ihres Hundes fördern und geben ihm die Gelegenheit, seinen Trieb kontrolliert auszuleben. 

     

     

          

Oft geäußerte Bedenken, dass der Hund im Alltag dann eventuell das Hetzen oder Stöbern auf Wild beginnen könnte, können wir zerstreuen. Fährtenarbeit hat mit Stöbern Nichts zu tun. Beim Stöbern läuft der Hund eine weite Fläche mit halbhoher Nase ab und versucht Wild aufzuspüren. 

Bei der Fährtenarbeit sucht der Hund mit tiefer Nase konzentriert, langsam, an der langen Leine und steht jederzeit im Gehorsam. Es liegen Gegenstände auf der Fährte, die der Hund ruhig anzuzeigen hat, die Fährte weist Bögen und Winkel auf und verlangt damit dem Hund in Sachen konzentriertes Arbeiten Alles ab. Der Hund sucht bei der Fährtenarbeit, wie wir sie betreiben, nach der Bodenverwundung (durch unsere Tritte geknickte Grashalme) und nach Geruchsmolekülen (Haut- und Haarschuppen). Als Bestätigung dient neben dem Lob mit der Stimme punktuell auf der Spur hinterlassenes Futter.

Fährtenarbeit ist dafür bekannt, dass sie den Hund geistig auslastet, ohne ihn stark körperlich zu beanspruchen. Daher ist Fährtenarbeit auch für ältere, körperlich angeschlagene Hund geeignet. In der Fährte gibt der Hund die Richtung vor und kommt zusammen mit seinem Menschen zum Erfolg. Bei ängstlichen und unsicheren Hunden kann die Fährtenarbeit daher die Selbstsicherheit des Hundes und die Bindung des Hundes zum Hundeführer fördern.